Ausgeliefert

Das Schlimmste war das regungslose Verharren in der Gewissheit, was kommen würde. Das Lauern auf jede Bewegung des Anderen, die Erwartung was er tun könnte.
Leichter Schwindel erfasst mich, gibt mir das Gefühl, die Wirklichkeit wäre weit weg. Ich fühle mich, als würde ich gegen unsichtbare Fäden ankämpfen, die mich beständig von der Realität fortziehen.
Jemand tätschelt meine Wange »Machen Sie Augen auf!«
Ich will das nicht tun!
Ein widerlicher Geruch steigt mir in die Nase und verstärkt meine Übelkeit. Ich versuche, flach zu atmen, um diesen Gestank nicht an mich herankommen zu lassen.
Diese Geräusche … Ein Gurgeln, schrille Laute …
Ich spüre, wie meine Beine taub werden. Es ist sinnlos. Nur allzu bald werde ich den Geschmack meines eigenen Blutes auf der Zunge haben.
Eine Stunde später schüttle ich dem Zahnarzt die Hand. Blass aber glücklich präsentierte ich zuhause die Füllung im Schneidezahn.
»Es hat überhaupt nicht wehgetan«, verkünde ich dabei.

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