Bluteinhorn

Bluteinhorn

»Du solltest deinem Gott heute Abend ein Opfer bringen, dafür, dass er uns zur Flucht verhalf.« Obwohl über eine Stunde vergangen war, seit sie die Tiere entdeckt hatten, war Noran noch immer blass. »Es waren Bluteinhörner! Sie sind schneller als jedes Pferd, wilder als ein Bergpuma, tödlich wie die Axt eines Orks. Hätte der Wind anders gestanden und sie uns gewittert, sie hätten unser Blut gesoffen, nachdem uns ihre Hörner durchbohrten.«
Nun irrte auch Traks Blick durch den Wald. »Bist du sicher, dass wir sie abgehängt haben?«
»Sie werden es nicht wagen, den Fluss zu überqueren. Sie fürchten die heilige Quelle.«
»Das bedeutet, sie wissen, wo sich die sagenumwobene Quelle befindet?« Gier funkelte in den Augen des Menschenjägers, was Noran dazu brachte, seine Hand in dessen Wams zu krallen. »Alles Silber der Welt ist es nicht wert Bluteinhörnern …« Er brach ab, seine Augen weiteten sich.
Sanft zog Trak den Dolch aus der Brust seines Freundes. »Es heißt auch, alles Silber der Welt ist wertlos gegen die Schätze, die die Quelle birgt.«
»Du Narr«, keuchte Noran, wobei er winzige Blutstropfen versprühte. »Bluteinhörner vergiften deine Seele und machen dich zu ihrem Reiter. Verdammen dich dazu, Menschen zu jagen, die vor Gier den Hals nicht vollbekommen.«
Ein spöttisches Lachen lag bereits auf Traks Lippen, als er das Wiehern hinter sich vernahm. Ohne sein Zutun wandte sich sein Körper um. Mit steifen Schritten ging er zu den Tieren, die zwischen den Bäumen warteten und schwang sich auf den Rücken des größeren Einhorns.